Atme dich frei

Ein schöner Gedanke: Mit deinem ersten Atmenzug erblickst du das Licht der Welt und mit deinem Letzten erlischt dein Leben.

Warum also nicht mehr Aufmerksamkeit auf deine Lebensenergie, dein Prana, dein Qi lenken?

Heute bekommst du einen kleinen Einblick in verschiedene Atemtechniken und erfährst, wie sich bewusste Atmung auf Körper und Geist auswirkt.

“Ausflug in die Physiologie der Atmung (als kleine Auffrischung :-), in vereinfachter Form”

bis zu 20.000 Atemzüge pro Tag
Lungendurchmesser ca. 15 cm, Länge ca. 26 cm, ca. 1,3 kg schwer
ca. 300 Mio Lungenbläschen die gemeinsam in etwa die Fläche eines Tennisplatzs ergeben
unglaubliche viele Blutkapillare die aneinandergereiht gut 1.600 km lang sind

Mit deinem ersten Atemzug schießt das Blut in die Lungen, das Herz teilt sich in linke und rechte Herzkammer und der Kreislauf kann beginnen. Frischer Sauerstoff strömt deine Luftröhre hinunter, bis in die Lungenflügel. Hier findet der Gasaustausch zwischen Lungenbläschen und Blutkapillaren statt. Sauerstoff wird in den Blutkreislauf abgegeben und zu den Organen transportiert, CO2 wird abgegeben und abgeatmet. Genauso wie diverse andere Abfallstoffe, die nicht benötigt werden.

Ohne Atmung würde z.B. auch kein Nährstoffaustausch stattfinden. Die roten Blutkörperchen und alle Zellen benötigen O2 um überhaupt funktionsfähig und aufnahmefähig zu sein.

Tauscht du nun deine flache unbewusste Atmung regelmäßig gegen bewusste Atmung, wirkt sich das super positiv auf dein gesamtes System aus:

* steigert deine Ausdauer, da deine roten Blutkörperchen darauf trainiert werden, mehr O2 aufzunehmen –> mehr O2 als Antriebsstoff = mehr Power
*steigert deine Konzentration, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit
* senkt deinen Stresslevel nachhaltig, da du deinem vegetativen Nervensystem wieder einmal Zeit gibst deinen Parasymphatikus zu aktivieren (quasi die Bremse die deinen Herzschlag normalisiert, deinem Körper Ruhe signalisiert; der Gegenspieler wäre der Symphatikus, dein Gaspedal; dazu aber gerne ein anderes Mal.)
* stärkt dein Immunsystem
* bringt deine Energie in Schwung und sorgt für Ausgeglichenheit
* unterstützt deinen Hormonhaushalt und fördert deine Verdauung
* regt den natürlichen Stoffwechsel an (z.B. die Fettverbrennung)
* mit jeder Ausatmung lässt du deine Gedanken ziehen, dein Kopf wird klarer, du kannst alles loslassen, was dich vielleicht belastet oder dir nicht gut tut. Du hast die Möglichkeit dich ganz bewusst mit positiver Lebensenergie zu versorgen

Verschiedene Atemtechniken:
Bauchatmung
besondere Aspekte: stimuliert Verdauungsorgane, wirkt als klitzekleines Bauchmuskeltraining, wirkt besonders entspannend;
Leg zu Beginn am besten, deine Hände auf deinen Bauch. Lenke nun deine Atmung in deinen Bauchraum. Dein Brustkorb bleibt bei dieser Atemtechnik ganz ruhig. Mit der Einatmung hebt sich deine Bauchdecke, deine Muskulatur ist ganz entspannt und dein Bauchraum füllt sich wie ein kleiner Ballon. Mit der Ausatmung aktivierst du deine Atemmuskulatur (dazu gehören neben dem Zwerchfell, auch all deine Bauchmuskeln), dein Bauchnabel zieht Richtung Wirbelsäule und du presst die Luft ganz sanft aus deinem Bauchraum. Atme durch die Nase ein und lass die Luft durch deine leicht geöffneten Lippen entweichen. Halte eine kleine Atempause nach jeder Einatmung und spür die Fülle.  Achte darauf, dass deine Ausatmung mind. doppelt so lange dauert wie deine Einatmung.

Beginne mit ca. 10 Atemzügen und steigere je nach Wohlbefinden. Vielleicht möchtest du diese Atemtechnik zum Begleiter deines Lebens machen und dir regelmäßig bis zu 15 min oder länger Zeit dafür nehmen.

Vollatmung
besondere Aspekte: vergrößert deine Lungenkapazität, erhöht deine Vitalität und Ausdauer;
Hast du dich ersteinmal mit der o.g. Bauchatmung vertraut gemacht, kannst du weiter zur Vollatmung gehen. Hier vereinst du Bauch- und Brustatmung miteinander. Jeder Atemzug beginnt im Bauchraum und wird langsam bis in die Brustregion hinauf gezogen. Rippenbögen, Brustkorb weiten sich, der Schultergürtel wird weit. Mit der Ausatmung lässt du deine Schultern wieder zueinander sinken, dein Brustkorb senkt sich und dein Bauchnabel zieht wieder in Richtung Wirbelsäule.
Ansonsten gilt gleiches wie o.g.

Es gibt noch zahlreiche weitere Atemtechniken, die z.B. besonders reinigend wirken (Kapalabhati aus dem Yoga), oder die Wechselatmung, die als besonders konzentrationsfördernd gilt. Wenn du dich dafür interessierst, kannst du dich gerne bei mir melden 🙂

So. Und jetzt erst einmal tief durchatmen.
Ich wünsch dir einen wunderbar, erfrischenden Tag.
Entspannte Grüße, Deine Andrea